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CQWWDX 2002 auf Jersey
Der Montag vor dem Contestwochenende war großer Packtag. Harald DH9KR
und Thomas DL2HWO halfen dem Team beim Verstauen der Ausrüstung in den
Anhänger. Nachdem alles mehrmals umgestapelt wurde und wirklich jeder
Kubikzentimeter optimal ausgenutzt war, stand unweigerlich fest: Die
Ausrüstung ist viel zu groß oder der Anhänger ist viel zu klein. Das
half aber wenig.
Karfried DL1EK und Alfons DJ8VC fuhren
um 11:00 Uhr am Dienstag mit dem Anhänger von Leichlingen los. Um 16:00
startete Peter DH4JQ in Krefeld und sammelte Georg DL1ECG und Lars
DF1LON in Neuss ein. In Aachen stieg Stefan DL1ELY zu. Bis heute ist
unerklärlich, wie die vier im Auto überhaupt Platz gefunden haben. So
gegen Mitternacht trafen sich die beiden Autos irgendwo auf einer
nahezu leeren Autobahn in Frankreich. Im Hafen in St. Malo wurde uns
erst einmal mitgeteilt, dass die Morgen-Fähre wegen Sturm erst um 17:00
Uhr übersetzen kann. Ein Teil der Gruppe brach zu einer
Stadtbesichtigung auf, der Rest quartierte sich in einem Hotel ein und
holte den verpassten Schlaf nach. Die Überfahrt am späten Nachmittag
war etwas, sagen wir mal, unruhig… .
Mit dem Anhänger durften wir als erste
von Bord fahren und erregten prompt das Aufsehen der Ordnunghüter. Wer
fährt auch schon mit einem Anhänger nach Jersey? "What is in that
trailer?" "Our Amateur-Radio equipment." "Amateur-Radio? Come on, this
things are so big!" Und der Officer deutet mit den Händen die Größe
eines Schuhkartons an. "Look at us, we are big boys and have bigger
radios." Das muss den Zöllner überzeugt haben: "Go ahead!"
Der Linksverkehr und die engen Straßen waren echt gewöhnungsbedürftig.
Ankunft am Contest-QTH, einem
Pfadfinderheim im Dunkeln. Man konnte gerade noch erkennen, dass es aus
Holz gebaut war. Es gefiel uns auf Anhieb. Wir wurden aufs Herzlichste
begrüßt. Amateurfunk sei ja bekannt, auf dem Gelände sei schon einmal
eine Funkstation aufgebaut worden - hatte man uns erzählt.
Am nächsten Morgen machten wir uns
frisch ans Werk. Über den Feueralarm, der am Morgen ausbrach, weil ein
Teammitglied irgend etwas beim Duschen vergessen hatte einzuschalten,
wollen wir aus Platzmangel nicht berichten… . Jedenfalls waren die
Leute sehr nett. Gegen 16:00 Uhr standen 4 Antennenmasten mit den Beams
für 20, 15 und 10 Meter und der 3-Band Beam zur Mutipliersuche. Die
Pfadfinder-Chefs kamen uns besuchen und bekamen einen leichten Schock -
solch einen Antennenwald hatte man nicht erwartet. Dabei waren die
Verticals und die Drahtantennen noch gar nicht ausgepackt.
Außerdem war der Freitag auch noch für
den Aufbau vorgesehen. In der Zwischenzeit stellte Georg DL1ECG die
Küche auf den Kopf. Er wollte für 6 Personen kochen, leider waren die
Töpfe nur für hungrige Pfadfindergruppen mit wenigstens 24 Personen
ausgelegt. Auch der Toaster fasste 8 Scheiben gleichzeitig. Wir lernten
daraus, dass sich Antennenauftrupps kaum von Pfadfindergruppen
unterscheiden.
Pünktlich zum Contestbeginn standen die
Antennenanlage und die Stationen, die Computer liefen und der
Packet-Link zur Nachbarinsel Guernsey für das DX-Cluster war
eingerichtet. 48 Stunden Contest schlauchten. Der Sturm frischte auf
(welch schöne Beschreibung…). Jedenfalls funkten drei Operator und die
anderen drei reparierten die Beams, wie gesagt, es frischte auf… .
Ausschlafen am Montag war nicht
angesagt. Der ganze Quatsch musste wieder abgebaut und verladen werden.
Dabei halfen diverse digitale Bilder vom Beladen des Anhängers… . Am
Abend kochten die Pfandfinder für uns und es kamen uns ein paar
örtliche Funkamateure besuchen. Am Dienstag haben wir dann nach einem
typischen englischen Frühstück in einem weihnachtlich geschmückten Cafe
(es wurde ja auch Zeit dafür, es war ja schon Ende Oktober…) eine
Inselrundfahrt gemacht.
Um 17:00 Uhr gings auf die Fähre. Im
französischen St. Malo haben wir zu Abend gegessen und anschließend
gings auf die Autobahn. In der Höhe von Caen fuhr ein LKW auf den
Anhänger auf, der Trucker war eingeschlafen. Zum Glück gabe es keinen
Personenschaden, aber der Anhänger musste auf einen Abschleppwagen. Das
Zugfahrzeug schaffte es zwar noch nach Hause, war aber ein
wirtschaftlicher Totalschaden. Zugfahrzeug und Anhänger waren ein
halbes Jahr alt.
Zu Hause wurde dann ein Transporter
besorgt und wieder nach Caen gefahren. Es waren nur 750 km !!! DF1LON,
DL1ECG und DL1EK bargen die Ausrüstung aus dem Anhänger. Um es kurz zu
machen, die FT1000 waren mechanisch verzogen, die Endstufen waren auf
„handliche“ Formate gestaucht, die Laptops hatten sich in Einzelteile
aufgelöst. Alles war in Alu-Kisten verpackt gewesen, aber die
Kaltverformung war perfekt gewesen. Lediglich die Antennenmasten waren
ganz.
Nach zwei Jahren ist noch kein Cent von der Versicherung bezahlt
worden. Wie auch, sie hat sich bisher noch nicht gerührt. Zwei
Gerichtsverhandlungen blieben ergebnislos, da keiner der gegnerischen
Partei vor Gericht erschien….
Fazit: viel Arbeit, enormer Aufwand, der Spaß entsprechend groß.
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